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Die größten Hüttenmythen

Photo: © Hans und Christa Ede

Bad Reichenhall

Die größten Hüttenmythen

Schluss mit „Aber ist es nicht so, dass … und ich dachte es wäre so, dass …?“ Wir liefern hier die Fakten zu vielen weitverbreiteten Mythen im Bereich der Berghütten.

Alle Hütten sind immer ausgebucht- für mich gibt es nie Platz!

Vor allem prominente Hütten, wie das Watzmann- oder das Kärlingerhaus, sind in der Hochsaison (Juli bis Mitte September) bereits frühzeitig ausgebucht und an schönen Tagen voll belegt. Doch daneben gibt es in den Berchtesgadener Alpen auch viele eher wenig frequentierte Hütten, wie das Stöhrhaus am Untersberg oder die Traunsteiner Hütte auf der Reiteralm. Die Hüttenwirte dieser Hütten freuen sich immer über zusätzliche Gäste. Die Lösung: Man muss wissen, wo man hinwandert. Trotzdem ist es auch bei diesen Hütten sinnvoll, seinen Schlafplatz vorher zu reservieren – denn sicher ist sicher! Mit den in den letzten Jahren eingeführten Online-Reservierungssystem ist dies auch kein Problem.

Ich bin DAV-Mitglied –
ich habe ein Anrecht auf einen Schlafplatz!

Ein Gerücht, das sich bei Alpenvereinshütten hartnäckig hält, ist die bevorzugte Behandlung bei der Lagervergabe für Alpenvereinsmitglieder. Diese bevorzugte Schlafplatzvergabe wurde jedoch schon vor mehr als 10 Jahren abgeschafft. Wobei sich für Alpenvereinsmitglieder schon noch Vorteile auf den über 2000 Alpenvereinshütten ergeben, wie die günstigere Übernachtung oder das vergünstigte Bergsteigeressen und -getränk.

Essen auf der Hütte ist überteuert und die Speisekarte zu klein!

Die Preise für Speisen und Getränke sind meist, aber nicht immer, höher als in den Gasthäusern im Tal. Bedenkt man aber, wie schwierig es ist, eine Hütte im Hochgebirge zu beliefern (meist mit Materialseilbahnen oder bei den Hütten im Steinernen Meer nur über Hubschraubertransport), relativiert sich der Preisunterschied. Eine Hütte ist kein typischer Gasthof im Tal, die Speisekarte kann man deshalb nicht mit der eines Wirtshauses vergleichen. Auf der Hütte gibt es Hüttenessen, das den Möglichkeiten der Versorgung und der Größe der Küche angepasst ist.

Auf Berg­hütten darf ich mich selbst versorgen!

Na, na, na …dies entspricht nicht so ganz der Wahrheit! Selbst auf Alpenvereinshütten steht das Recht auf Selbstversorgung nur Mitgliedern alpiner Vereine zu und auch nur in den von Hüttenwirtsleuten ausgewiesenen Bereichen. Bei privat geführten Hütten besteht dieses Recht gar nicht. Man sollte hierfür Verständnis haben, denn die Wirtsleute verdienen ihren Unterhalt hauptsächlich mit der Bewirtung der Gäste! Der Übernachtungsumsatz geht bis auf einen kleinen Anteil direkt an die hüttenbesitzende Sektion. Diese wiederum investieren die Umsätze in den Erhalt der Hütte. Was viele nicht wissen: Über 80% der Hütten sind für die Eigentümer Zuschussbetriebe. Die jährlichen Ausgaben und nötigen Sanierungsarbeiten können nicht durch die Einnahmen aus dem Hüttenbetrieb gedeckt werden.

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